BERLIN - Das Referat L6 im Luftfahrt-Bundesamt ist für viele Piloten ein rotes Tuch - an flugmedizinischen Beurteilungen der Abteilung hängen Fliegerkarrieren. Ein Whistleblower-Hinweis bringt das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) im September 2025 arg in Bedrängnis. Jetzt folgen Konsequenzen.
Das Bundesverkehrsministerium greift beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) nach einem Whistleblower-Hinweis durch.
"Das Bundesministerium für Verkehr hat ein Maßnahmenbündel koordiniert, mit dem die Sicherstellung und Stabilisierung der Arbeitsprozesse verbessert werden soll", teilte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage von aero.de am Mittwoch in Berlin mit.
Das zielt Richtung L6 - an der Arbeitsweise des Referats für Flugmedizin besteht seit einiger Zeit Kritik von Piloten. Verweisungssachen, so der Vorwurf, werden im LBA verschleppt - und regelmäßig gegen die Betroffenen entschieden.
Eine zwischenzeitlich aus dem Dienst ausgeschiedene LBA-Juristin hatte den Eindruck im Spätsommer mit eigenen Erfahrungen aus dem Abteilungsinneren gestützt - und in der Fliegerszene einen Nerv getroffen.
Medizinische Sachverständige im L6, so die Darstellung der Ex-Beamtin, setzen sich in flugmedizinischen Verweisungssachen nicht nur regelmäßig über Verfahrensrecht hinweg, sondern missachten "klare gerichtliche Vorgaben". Im L6 gelte die Maxime:
"Im Zweifel untauglich."Das LBA hatte sich zunächst demonstrativ vor sein L6 gestellt, die Amtsleitung sprach in einer ersten Reaktion von "Unterstellungen".
Im Bundesverkehrsministerium wurde man hellhörig - die Rechts- und Fachaufsicht der Luftfahrtaufseher forderte sechs Fallakten aus dem LBA zur Prüfung an,
aero.de berichtete."Bei der Vorlage der sechs Akten handelte es sich um einen Vorgang, der lediglich einen stichprobenhaften Eindruck vermittelte", sagte die Ministeriumssprecherin. Der reichte dem Ministerium augenscheinlich aber zum Tätigwerden.
Inhalt und genauen Umfang des Maßnahmenpakets nennt das Ministerium nicht. "Eine der Maßnahmen zielt auf eine Verbesserung der Kommunikation zwischen LBA und den von ihm anerkannten Fliegerärzten ab", teilte das Ministerium aber mit.
© aero.de | Abb.: Airbus | 27.11.2025 06:17
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Beitrag vom 27.11.2025 - 22:47 Uhr
"Das Bundesministerium für Verkehr hat ein Maßnahmenbündel koordiniert, mit dem die Sicherstellung und Stabilisierung der Arbeitsprozesse verbessert werden soll", teilte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage von aero.de am Mittwoch in Berlin mit.
Inhalt und genauen Umfang des Maßnahmenpakets nennt das Ministerium nicht. "Eine der Maßnahmen zielt auf eine Verbesserung der Kommunikation zwischen LBA und den von ihm anerkannten Fliegerärzten ab", teilte das Ministerium aber mit.
Ernsthafte Frage: Für wen klingen diese Beschwichtigungssprüche aus der Amtsdeutsch-Mottenkiste nach "durchgreifen"?
Ich kann das Problem (und ob es beim LBA überhaupt eins gibt) überhaupt nicht beurteilen. Aber die hier zitierten Aussagen sind nur ein "Schickt mal den Pressesprecher raus und versucht ob der das Problem nicht irgendwie auf die lange Bank bekommt"...
Und so in 6 Monaten wird dann ein "Maßnahme in Umsetzung" hinterher geschoben.
Dieser Beitrag wurde am 27.11.2025 22:47 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.11.2025 - 16:03 Uhr
@MHalblaub: nee. GELB habe ich nicht vergessen, vielleicht sind die DESWEGEN ausgetstegen!
Beitrag vom 27.11.2025 - 09:42 Uhr
Wahrscheinlich bedurfte es auch erst der Abwahl von ROT-GRÜN, um das Thema Luftfahrt wieder ernst zu nehmen. Da müssen Köpfe rollen, bzw. Pensionen gestrichen werden.
Warum vergessen sie das nicht mehr vorhandene GELB?
Der Verkehrsminister in der Zeit von 2021 bis 2025 war von der FDP. ROT ist immer noch in der Regierung aber der Verkehrsminister ist jetzt SCHWARZ. Keine Ahnung warum Sie noch GRÜN erwähnen mussten. Gerade die Partei der Selbstständigen hat hier die Piloten im Stich gelassen.
Kommentare (5) Zur Startseite
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Inhalt und genauen Umfang des Maßnahmenpakets nennt das Ministerium nicht. "Eine der Maßnahmen zielt auf eine Verbesserung der Kommunikation zwischen LBA und den von ihm anerkannten Fliegerärzten ab", teilte das Ministerium aber mit.
Ernsthafte Frage: Für wen klingen diese Beschwichtigungssprüche aus der Amtsdeutsch-Mottenkiste nach "durchgreifen"?
Ich kann das Problem (und ob es beim LBA überhaupt eins gibt) überhaupt nicht beurteilen. Aber die hier zitierten Aussagen sind nur ein "Schickt mal den Pressesprecher raus und versucht ob der das Problem nicht irgendwie auf die lange Bank bekommt"...
Und so in 6 Monaten wird dann ein "Maßnahme in Umsetzung" hinterher geschoben.
Dieser Beitrag wurde am 27.11.2025 22:47 Uhr bearbeitet.
Warum vergessen sie das nicht mehr vorhandene GELB?
Der Verkehrsminister in der Zeit von 2021 bis 2025 war von der FDP. ROT ist immer noch in der Regierung aber der Verkehrsminister ist jetzt SCHWARZ. Keine Ahnung warum Sie noch GRÜN erwähnen mussten. Gerade die Partei der Selbstständigen hat hier die Piloten im Stich gelassen.